Druckversion   

DIE BIBLIOTHEK

 

Herzstück des Kollegiums ist die 125.000bändige Bibliothek, in der den Gästen rund um die Uhr 35.000 Nachschlagewerke, eine 65.000bändige literarische Bibliothek mit Werken der Weltliteratur - meist in Original und Übersetzung - und 25.000 Sachbücher zur Verfügung stehen.

 

 

 

 

Die Wörterbuchbibliothek auf der Galerie (Foto©EÜK)

 

 

 


Die Bibliothek des Kollegiums ist die weltweit erste und größte Spezialbibliothek für Literatur- und Sachbuch-Übersetzer. Sie enthält Nachschlagewerke aus nahezu allen Sprachen und Dialekten (von Afrikaans bis Zulu) und aus allen Bereichen und Epochen.

 

 

Dazu gehören neben ein- und mehrsprachigen Enzyklopädien und Allgemeinwörterbüchern eine Vielzahl fachterminologischer Nachschlagewerke (Literaturlexika, Bibel- und Liedkonkordanzen, technische Fachwörterbücher, Wortlisten vom Waidwerk bis zur christlichen Seefahrt, Argot, Slang, Knast- und Jugendsprache, Theater- und Opernführer, Versandhauskataloge in mehreren Sprachen, mehrsprachige Prospekte zu den verschiedensten Produkten, Konkordanzen zu Werken wichtiger Autoren und vieles mehr).

 

 

Denn kein Mensch kann in allen Kulturen, in allen Berufen der Welt zu Hause sein. Romanhandlungen spielen aber nun mal in allen möglichen Milieus, die Protagonisten haben alle möglichen Berufe und Hobbys.

 

 

Und so müssen sich in der Bibliothek des EÜK auch auf die skurrilsten Fragen Antworten finden lassen wie "Was ist ein Rommelspargel?", "Wo liegt die Insel der Großen Mutter?" oder "Wie heißen die sieben Zwerge?".

 

 

Das Europäische Übersetzer-Kollegium erhält häufig Geschenke bzw. Nachlässe von literarischen Übersetzern und von Verlagen. Das Kollegium bedankt sich insbesondere bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, beim Aufbau Verlag, bei den Verlagen Eichborn, Kiepenheuer & Witsch, Rowohlt, Schöffling und Suhrkamp, bei der Literarischen Agentur Mertin/Witt und beim Deutschen Literaturarchiv Marbach.

 

 

Das Kollegium kauft insbesondere Nachschlagewerke in digitaler Form und sehr teure und daher für den einzelnen oft unerschwingliche Nachschlagewerke, denn in Straelen soll all das stehen, was sich ein Übersetzer erträumt, aber nicht leisten kann.

 

 

 

Die Wörterbuchbibliothek des EÜK (Foto©EÜK)

Wenn Sie zu einem Aufenthalt zu uns kommen, schicken wir Ihnen auf Wunsch im Vorfeld den aktuellen Wörterbuchkatalog zu.

 

 

Dr. Regina Peeters
Eine Bibliothek für Babel?

 

Literarische Übersetzer bilden eine spezifische Benutzergruppe in Bibliothe­ken. Anders als die meisten Benutzer interessieren sie sich nicht für ein klar defi­niertes Fachgebiet oder einen bestimmten Themenkreis. Ihre Recherchen decken fast den gesamten Wissenskosmos ab: je nach der im Roman abgebil­deten - oder konstituierten - Wirklichkeit müssen sie sich in ver­schie­denste Fach­sprachen einarbeiten, Sachverhalte aus allen Kultur- und Lebens­bereichen klären, Zitate aus unterschiedlichsten Quellen ermitteln und biblio­graphische Anga­ben überprüfen. Erschwerend kommt hinzu, daß Literatur oft rascher auf soziale, technische und kulturelle Veränderungen reagiert als traditionelle Nach­schlage­werke: oft prägt gerade ein literarisches Werk neue Begriffe, für die es in anderen Sprachen noch keine Äqui­valente gibt - das reicht von Goethes "Wahlverwandtschaf­ten" bis zu Douglas Couplands Neologismen wie "McJob" oder "Generation X".

 

Eine Spezialbibliothek, die auf die Bedürfnisse von literarischen Übersetzern als Benutzergruppe ausgerichtet ist, muß daher Besonder­heiten aufweisen. Von der Universal­biblio­thek, die Literatur aus allen Wissensgebieten sammelt, grenzt sich die traditionelle Spezialbibliothek gerade durch ihre Beschränkung auf ein bestimmtes Fachgebiet ab, was durch die zunehmende Spezialisierung der Wissenschaften gefördert wird. Sie hat im Vergleich zu Universal­bibliotheken die Möglichkeit, ihre Bestände intensiver zu erschließen, aktuellere Literatur stärker zu berücksichtigen und Materialien zu sammeln, die in der Regel von Universal­bibliotheken nicht erworben werden.

 

Eine übersetzerspezifische Bibliothek nimmt somit eine Zwitterstellung ein: einerseits muß sie hinsichtlich ihres Sammelgebiets wie eine Universal­bibliothek alle Wissens­ge­biete berücksichtigen; andererseits muß sie eine Spezialbibliothek sein, was ihre Aus­richtung auf die Bedürfnisse einer spezifischen Zielgruppe, was die Aktualität der Bestände, die Inten­sität ihrer Erschließung und nicht zuletzt, was die Formen des gesammel­ten Materials betrifft. Digi­tale Medien erweisen sich vor allem bei punktuellen Informationsbedürfnissen als effizientes Recherche­mittel. Das Internet kann jedoch nur ein Teil eines komplementär angeleg­ten Systems der Informationsvermittlung in einer übersetzerspezifischen Bibliothek sein, das auf der anderen Seite auf dem traditionellen Bibliotheksbestand fußt. Dessen Vorteile - gesicherte und authentisierte Informationen, eine auf den Kontext hin ausge­richtete Suche, ein ständig bereitstehender, von technischen Bedingungen unab­hängiger Bestand - werden zumindest mittelfristig konkurrenzlos bleiben.

 

 

MEHR INFORMATIONEN

Externe Bibliotheksbenutzung [mehr]